Der Haltepunkt Chemnitz-Küchwald wird Realität

Schon seit 2002 war die Errichtung eines Haltepunktes innerhalb des Betriebsbahnhofs Küchwald im Gespräch, 2018 wurde es konkret.

Der Haltepunkt ist seit dem 5. Dezember 2018 um 11:40 Uhr offiziell in Betrieb. Er befindet sich am Richtungsgleis Wittgensdorf ob Bf - Küchwald, in Höhe des bisherigen Betriebsbahnhofs Küchwald, unweit der Unterführung des Irrbornweges. Da sich in unmittelbarer Nachbarschaft Überleitstellen befinden, reicht ein Bahnsteig (Richtung Chemnitz in Fahrtrichtung rechts) aus, ohne dass betriebliche Nachteile entstehen. Neben dem Bahnsteig mitsamt Beleuchtung und Wartehäuschen wurden neue Zuwegungen aus nördlicher und südlicher Richtung, parallel zu den Streckengleisen, errichtet. Im Gegensatz zum 2017 entstandenen Haltepunkt in Wittgensdorf ob Bf ist der in "Chemnitz-Küchwald" beiderseits barrierefrei erreichbar.

 

 

Denkmalgerechte Ertüchtigung des Eisenbahnviadukts (EÜ Blankenauer Straße)
Nachdem in den Jahren 1999 und 2003 die Stahlträger- und Betonpfeilerkonstruktion über die Chemnitz erneuert worden war (siehe Teil I dieser Beitragsreihe), stand 2019 die sich anschließende Steinbogenbrücke zur Sanierung an.
Das rund 135 Meter lange Viadukt besteht aus acht Bögen mit ca. 9,80 Metern und einem mit ca. 11,80 Metern lichter Weite. Gewölbe und Flügel sind aus Natursteinmauerwerk. Bereits 1931/32 erfolgte die Verstärkung der Konstruktion mit einer Stahlbetonfahrbahnwanne. Die Bögen wurden durch Stahlbetonrahmen unterstützt. Die Fahrbahnwanne weist nach 87 Jahren Nutzungsdauer starke Schäden im Fugenbereich auf und muss komplett ersetzt werden.
Die Instandsetzung wurde zwischen April und Oktober 2019 vollzogen. Der Bahnverkehr zwischen Küchwald und Chemnitz Hbf ruhte zwischen 23. Mai und 19. September 2019 vollständig. Bauvorbereitende Arbeiten fanden vor Beginn der Vegetationsperiode bis März statt. Die Unterbautenerneuerung begann bei laufendem Bahnbetrieb vom Boden aus. Im Rahmen der Vollsperrung brach man die Fahrbahnplatte und die schadhaften Stirnwandbereiche ab und ertüchtigte Pfeiler, Widerlagerköpfe und Stirnwände. Anschließend wurde die neue Stahlbetonwanne gegossen und ein neues Gleis verlegt.
Insgesamt investierten DB Netz AG und Bund rund 6,5 Millionen Euro in das gesamte Bauvorhaben.

Betriebliche Besonderheiten während der Brückensperrung

Die Zeit der Vollsperrung machte einige nicht alltägliche betriebliche Abläufe erforderlich, die im Folgenden Thema sein sollen. Während man die Linie C13 zwischen Chemnitz Hbf und Burgstädt vollständig auf SEV umstellte, wendeten die RE 6 im neuen Haltepunkt.

 

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